4. Luigi, darf ich vorstellen? Luigi!

Iwata:

Es muss ja ziemlich schwierig gewesen sein, als der Kaffeetisch umgeschmissen worden ist.

Ikebata:

Tja, es war schon schwierig, aber es ist relativ früh passiert, deshalb ist dabei nicht allzu viel zu Bruch gegangen. Und was den Pflanzen-Endgegner betrifft, über den wir nachgedacht hatten: An dem hatten wir noch nicht mal angefangen zu arbeiten, also ...

Iwata:

Es standen also noch gar nicht so viele Sachen auf dem Kaffeetisch.

Ikebata:

Ja. Deswegen konnte auch nicht so viel umgeschmissen werden.

Miyamoto:

Eigentlich nur das Tischtuch und die Kerzen.

Ikebata:

Genau ... so in die Richtung. (lacht)

Miyamoto:

Man muss jetzt einfach nur die Stufen hochrennen, es ist also für alle Leute gleich herausfordernd, ob man Videospiele schon gut beherrscht oder noch nicht so sehr.

Bryce:

Man hat uns gesagt, dass wir bei der Entwicklung von "Luigi's Mansion 2" immer auch an die Anfänger denken sollten. Ich finde, das Endergebnis ist so geworden, dass daran selbstverständlich die geübten Spieler, aber auch die Neulinge Freude haben werden.

Miyamoto:

Anders als im Vorgängerspiel für den Nintendo GameCube

Video: Karte der Spukhäuser

Es muss ja ziemlich schwierig gewesen sein, als der Kaffeetisch umgeschmissen worden ist.
wird jetzt unten auf dem Bildschirm ständig eine Karte angezeigt . Wir haben uns darauf konzentriert, das Spiel so zu gestalten, dass es Anfängern und fortgeschrittenen Spielern Spaß macht, wenn sie diese Karte im Blickfeld haben, und haben dieses Element immer und immer wieder überarbeitet.

Iwata Asks
Iwata:

Mr. Ikebata, ich kann mir vorstellen, dass Mr. Miyamoto sehr viel verlangt hat und auch streng war, wenn-Sie die Vorteile der Systemstruktur des Nintendo 3DS nicht ausgenutzt haben.

Ikebata:

Ja. Das hat er immer sehr deutlich gesagt: "Das ist ein völlig neues Plattformformat, warum nutzen Sie das nicht aus?"

Miyamoto:

Immerhin haben wir den unteren Bildschirm - und ich finde es sehr originell und interessant, mit Blick auf die Karte spielen zu können.

Bryce:

Auf die Karte zu schauen ist besonders wichtig, wenn man im Einzelspieler- und im Multiplayer-Modus Puzzles löst.

Iwata:

Waren die Multiplayer-Modi schon von Anfang an geplant?

Ikebata:

Ja, waren sie. Wir haben uns schon für einen Multiplayer-Modus entschieden, als wir mit der Planungsphase angefangen haben.

Iwata:

Aber im ersten "Luigi's Mansion"-Spiel gab es noch keinen, in dieser Beziehung hatten Sie also gar keinen Orientierungspunkt.

Ikebata:

Das ist richtig. Da gab es nichts in die Richtung.

Iwata:

Das muss doch schwierig gewesen sein?

Miyamoto:

Eigentlich haben wir sogar schon an einem Multiplayer-Modus herumexperimentiert, in dem Luigi auf Luigi getroffen wäre, als wir das Spiel für den Nintendo GameCube entwickelt haben.

Iwata:

Ach ja, richtig.

Miyamoto:

Deshalb dachte ich: "Diesmal müssen wir das auf jeden Fall machen!" Also sagte ich: "Es ist mir egal, ob es ein Modus für acht oder für vier Spieler wird, aber wir setzen auf jeden Fall einen um!"

Ikebata:

Ich habe den Prototyp für den Nintendo GameCube nicht gesehen, aber Mr. Hideki Konno9 - der Director des Vorgängerspiels - hatte mir auch gesagt, dass sie letztes Mal keinen Multiplayer-Modus integrieren konnten, und dass deshalb alle wollten, dass wir es diesmal nachholen.9. Hideki Konno: Software Development Department, Entertainment Analysis & Development Division. Er hat an Spielen wie der "Super Mario"- und der "Mario Kart"-Reihe gearbeitet, und war außerdem der Producer des Nintendo 3DS-Systems. In der Vergangenheit hat er schon an "Iwata fragt"-Sitzungen zu "Mario Kart Wii", dem Konzept der Nintendo 3DS-Hardware, "Nintendogs + Cats" für das Nintendo 3DS-System, "Mario Kart 7" (Teil 1: Gemeinsame Entwicklung mit Retro Studios) und "Mario Kart 7" (Teil 2: Das interne Team) teilgenommen.

Iwata Asks
Iwata:

Der Entwickler des Vorgängerspiels hat Ihnen also seine Hoffnungen und Wünsche übergeben.

Ikebata:

Ja. Mr. Miyamoto hatte uns auf den Weg gebracht, als er sagte: "Es wäre doch lustig, wenn dabei Luigi auf Luigi trifft", also haben wir uns den Kopf darüber zerbrochen, wie wir das umsetzen könnten. Wir hatten dann auch viel Spaß bei der gemeinsamen Arbeit daran.

Iwata:

Was genau passiert denn, wenn Luigi auf Luigi trifft?

Miyamoto:

Also,

Video: Einen weiteren Luigi herbeirufen

Es muss ja ziemlich schwierig gewesen sein, als der Kaffeetisch umgeschmissen worden ist.
es gibt einen Knopf, mit dem man einen weiteren Luigi rufen kann . Man kann ihn rufen, wenn man etwas Bestimmtes findet, oder wenn man Hilfe braucht, und wenn man "Hier drüben!" oder "Hilfe!" ruft, dann kommt er einem auch zur Hilfe.

Ikebata:

Wir kommen damit schon ziemlich ins Detail, aber diesmal haben wir im Multiplayer-Modus Dinge wie z. B. Fallen integriert, die einen aufhalten können, und wenn einem nicht jemand anderes hilft, kommt man dann nicht mehr weiter. Wenn dann endlich jemand kommt, um einem zu helfen, ist man auch wirklich dankbar.

Iwata:

Man freut sich also, wenn man auf Luigi trifft.

Ikebata:

Ja, es macht Spaß, vier vor Angst zitternden Luigis dabei zuzuschauen, wie sie sich treffen und nervös ihre Umgebung erkunden. Und diesmal steht das kooperative Spielen auch im Mittelpunkt, da gibt es also kaum Konkurrenzdenken. Wenn sich die Luigis begegnen, macht es einem deshalb auch wirklich viel Freude.

Miyamoto:

Noch eine kleine Anmerkung zu diesem Thema: Nach der Arbeit an "Luigis Geistervilla"10 in "Nintendo Land"11 mussten wir hier die Spezifikationen ändern.

10. Luigis Geistervilla: Eine der Attraktionen in "Nintendo Land". Dabei benutzen die Spieler Wii-Fernbedienungen, um Mii-Charakteren, die wie Luigi angezogen sind, beim Finden und Überwältigen eines Geistes zu helfen, der von dem Spieler gesteuert wird, der das Wii U GamePad benutzt.11. Nintendo Land: Ein Vergnügungspark-Spiel mit verschiedenen Attraktionen, das zeitgleich mit der Wii U-Konsole im November 2012 veröffentlicht worden ist. Es bietet 12 Attraktionen, die auf Nintendo-Spielreihen basieren

Iwata:

Was denn genau?

Ikebata:

Wenn Luigi in "Luigis Geistervilla" ohnmächtig wird, können ihm die Freunde zur Hilfe kommen. Aber in unserem Nachfolgespiel zu "Luigi's Mansion" bleibt er ja liegen, wenn er ohnmächtig geworden ist. Deshalb mussten wir es so abändern, dass man Luigi auch bei diesem Spiel im Multiplayer-Modus noch helfen kann, wenn er das Bewusstsein verloren hat.

Miyamoto:

Man kann mit dem Steuerkreuz Hilfe rufen, das ist also ein besonderes Steuerungselement.

Ikebata:

Ja, damit kann man alle rufen. Das ist auch der einzige Verwendungszweck für das Steuerkreuz in diesem Spiel.

Miyamoto:

Das sollten sich also alle gut merken! Wenn man nicht daran denkt, kann einem auch keiner helfen, wenn man ohnmächtig geworden ist! (lacht)