Eine Einführung zu „Xenoblade Chronicles 2“ von Director Tetsuya Takahashi


05.12.2017

Xenoblade Chronicles 2 ist jetzt für Nintendo Switch erhältlich – und wer bereits knietief in diesem gigantischen Abenteuer steckt, ist vielleicht neugierig, mehr über die Entwicklung des Spiels zu erfahren! Wie es der Zufall will, war Director Tetsuya Takahashi bereit, die Gedanken und Konzepte zu erläutern, die zum neuen großen Abenteuer für Nintendo Switch geführt haben.

Legen Sie los, Herr Takahashi!

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Jugendliteratur & Romanze

Die zentrale Handlung dreht sich um ein Gefühl, das der eines Romans aus der Ich-Perspektive ähnelt. Auch wenn im Spiel zahlreiche Länder und Fraktionen auftreten, wurden Details wie internationale Intrigen oder politische Dramen in der Geschichte weitestgehend ausgespart, da diese dem Protagonisten Rex nicht zur Verfügung stehen. Wir wollten die Handlung aus seiner Perspektive erzählen.

Sobald diese Grundlage festgelegt war, haben wir überlegt, welche Richtung die Handlung einschlagen soll. Zunächst erwogen wir eine Geschichte mit diversen Akteuren und allerhand zwischenmenschlichen Konflikten, in der man selbst seinen Verbündeten nicht vertrauen konnte, doch zwischendrin fanden wir immer wieder, dass es schön wäre, eine Handlung zu haben, in der man sich blind darauf verlassen kann, dass seine Verbündeten hinter einem stehen. Diese Richtung haben wir dann für die Handlung auch verfolgt.

Ein alter Knacker aus der Shōwa-Zeit wie ich kann allerdings unmöglich eine moderne Geschichte schreiben. Das Ergebnis klänge unbeholfen. Also schob ich den Gedanken beiseite und beschloss, die Herausforderung mit meinen veralteten Shōwa-Ansichten anzugehen. Ich fand, dass sich menschliche Gefühle in verschiedenen Regionen und Zeiten nicht sonderlich unterscheiden, selbst wenn die Geschichte einen Shōwa-Beigeschmack hat und ein Einfühlen in eine andere Kultur erfordert. Am Ende sind wir alle Menschen. Und in diesem Sinne kann ich sagen, dass die Handlungsrichtung dieselbe ist wie bei Xenoblade Chronicles.

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Diejeningen, die bereits mit dem Spiel begonnen haben, haben vielleicht bemerkt, dass der Slogan von Rex „Let's go!“ („Auf geht's!“) ist. Und wie diese Worte bereits andeuten, strebt er immer vorwärts. Er beschäftigt sich nicht mit der Vergangenheit. Seine Charakterisierung ist wahrscheinlich meiner Kindheit und Jugend in der Shōwa-Zeit geschuldet. Das mögen jetzt nur die Eindrücke eines alten Mannes sein, doch ich fand es gut, dass wir in der Vergangenheit immer zukunftsorientiert gelebt haben. Selbst wenn sich das Leben für den Einzelnen unterschiedlich entwickelt hat, bestand immer die Hoffnung, dass harte Arbeit immer zu einer guten Zukunft führen würde. Natürlich war unsere Welt noch ziemlich eintönig und grau, doch die Gesellschaft blühte auf, weil wir unser Umfeld ausgeblendet haben. Wir haben alle hart gearbeitet und uns auf die Zukunft konzentriert.

Heute kommt einem die Welt trotz all der allgegenwärtigen Informationsflut eingeengter vor. Wir können nicht anders, als die trostlose Welt um uns herum wahrzunehmen. Abgedroschene Begriffe wie „Hoffnung“ sind heutzutage nicht sonderlich beliebt. Aber gerade weil wir in solch einem Zeitalter leben, fand ich es gut, einen Charakter wie Rex zu haben.

Rex ist Bergungstaucher. Sicher, aufgrund seines Berufs ist er körperlich einigermaßen fit, doch er ist weder der Sohn eines Helden oder noch der Prinz einer mächtigen Nation. Er ist ein ganz normaler junger Mann. Natürlich ist er auch nicht beim Militär, also befiehlt er weder Truppen noch nimmt er es mutig mit feindlichen Heerscharen auf. Die Gründe für seinen Kampf sind persönlicher Natur. Außerdem kämpft er für ein Mädchen (und für die gemeinsamen Freunde). Doch selbst wenn er übernatürliche Kräfte entwickelte, wären die Möglichkeiten eines einzelnen Jünglings begrenzt. Und wie sähe ihre Zukunft aus, wenn ein Junge für ein Mädchen bis ans Ende seiner Grenzen ginge? Wenn ich mich (einigermaßen) selbst verteidigen kann, kann ich auch jemand anderen schützen?

All diese Gedanken beschäftigen Rex, und deshalb spreche ich beim Genre von Jugendliteratur und Romanze. Das ist der Hintergrund, auf dem das Spiel basiert, und das Thema, das sich durch die gesamte Handlung zieht. Während die meisten Leute wahrscheinlich damit rechnen, auf diverse verborgene Hinweise und Informationen aus der Xeno-Serie zu stoßen, ist die Handlung dieser Fortsetzung viel einfacher und unkomplizierter und auf bekanntere Gebiete beschränkt. Der Grund dafür ist, dass es die Geschichte von Rex ist.

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Der Weg nach unten

Auf den Titanen gibt es viele verschiedene Landschaften. Doch obwohl sich Monolith Soft besonders beim Karten- und Leveldesign hervortut, haben wir einige der Entwürfe bei dieser Fortsetzung im Vergleich zu früheren Spielen geändert. Während der Spaß in Xenoblade Chronicles X darin bestand, Berge zu besteigen, dreht sich das Gameplay in dieser Episode um den Abstieg. An vielen Orten gibt es Pfade, die nach unten führen. Auch wenn es zunächst wirkt, als wäre an bestimmten Stellen kein Abstieg möglich, gibt es manchmal Wege, die an einen neuen Ort führen, wenn man Balken, Zäune oder Felsen überquert.

In dieser Episode ist es allerdings gefährlich, aus großer Höhe zu fallen, also sollte man sich seine Erfolgschancen ausrechnen, bevor man sich zu einem Sprung entscheidet. An den Orten, zu denen man hinabsteigt, warten diverse Abenteuer, z. B. Sehenswürdigkeiten oder Geheimpunkte, einzigartige Gegner, unerwartete seltene Objekte oder Missionsziele.

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Seltene Klingen

Auch wenn es recht viele seltene Klingen gibt, stößt man immer komplett zufällig darauf. Es ist interessant, sich zu fragen, wem man wohl begegnen wird, allerdings werden sich manche Spieler Sorgen machen, überhaupt welche zu treffen. Daher möchte ich eines klarstellen: Der Spieler wird definitiv (wahrscheinlich … wenn er Glück hat) immer alle seltenen Klingen finden. (Ich habe die letzte seltene Klinge nach 220 Stunden Spielzeit gefunden. Zu dem Zeitpunkt gibt es aber immer noch viel im Spiel zu tun.)

Während es anfangs weniger Möglichkeiten gibt, an Kernkristalle zu gelangen, bekommt man später mehr als man will. [lacht] Es gibt drei Arten: Kernkristalle, seltene Kernkristalle und legendäre Kernkristalle. Kernkristalle und seltene Kernkristalle erhält man bereits im normalen Spiel zur Genüge. Selbst die wertvollen legendären Kernkristalle kommen häufig vor, wenn ab Level 100 ein einzigartiger Gegner in die Luft geschleudert und dann zu Boden geschmettert wird.

Obwohl die meisten gängigen Klingen, die man mit legendären Kernkristallen erhält, einen Level von 4 oder höher haben, ist die Mischung aus Attributen und Fähigkeiten rein zufällig, sodass man möglicherweise eine Klinge findet, die einer seltenen Klinge überlegen ist. Daher empfiehlt sich der Einsatz von Resonanz, wann immer möglich.

Die Attribute des Meisters sind anfangs ebenfalls recht schwach, daher reicht die Resonanz mit Kernkristallen aus, und die Charaktere sind nicht gezwungen, seltene oder legendäre Kernkristalle einzusetzen. Darüber hinaus enthält der namenlose Kernkristall, den man anfangs von Opa bekommt, stets eine Wind-Klinge mit Fäustlingsklauen. Es ist also überflüssig, diesen Gegenstand erneut zu verwenden.

Vielen Dank, Herr Takahashi!

Das ist noch längst nicht alles! Wir haben mit Musikproduzent/Toningenieur Yasunori Mitsuda von PROCYON STUDIO über den Soundtrack von Xenoblade Chronicles 2 geplaudert, mit Autor Yuichiro Takeda über das Drehbuch und mit Masatsugu Saito über die zentralen Charaktere.

Um mehr zu erfahren, sieh dir auch die offizielle Webseite zu „Xenoblade Chronicles 2“ an, besuche unsere Facebook-Seite zu Nintendo Switch und folge uns auf Twitter.

„Xenoblade Chronicles 2“ ist jetzt im Handel und als Download-Version im Nintendo eShop für Nintendo Switch erhältlich. Ebenfalls erhältlich sind die „Xenoblade Chronicles 2: Collector’s Edition“*** und der Nintendo Switch Pro Controller in der „Xenoblade Chronicles 2“-Edition.

*Informationen zur derzeitigen Verfügbarkeit erhältst du im Einzelhandel.