Wir schreiben das Jahr 1830. Tief in den düsteren Hallen eines Österreichischen Schlosses regt sich die Kraft des Bösen. Es sind viele Jahre vergangen, seit Dracula aus der Welt der Lebenden vertrieben wurde. In den Augen einer dunkelherzigen Frau namens Camilla ist es schon viel zu lange her, dass Dracula sein Unwesen trieb. Camilla erfleht Draculas Rückkehr, und es gelingt ihr, seine verdorbene Seele wiederzubeleben. Ein bestimmter Mensch steht auf dem Speisezettel der Untoten ganz oben -der Held Nathan Graves. Nur bewaffnet mit seinem Verstand und einer Peitsche, begibt sich Nathan auf einen aussichtslosen Kreuzzug, um die Welt zum letzten Mal von Draculas dunkler Macht zu befreien. Mit der 32-Bit-Farbgrafik des Game Boy Advance sieht Circle of the Moon fantastisch aus und härt sich sogar noch besser an als die Vorgänger auf dem SNES. Die schwermütigen Musikstücke und die überwältigenden Soundeffekte gehören zum Besten, was wir je auf einem tragbaren System zu hören bekommen haben. Circle of the Moon setzt zu einem großen Teil auf die Formel, mit der Castlevania ein Erfolg geworden ist: Sprünge auf Plattformen und Peitschenhiebe gegen Skelette. Aber Konami hat auch einige neue Elemente eingeführt, die zur Spieltiefe beitragen. Statt sich einfach einen Weg von Punkt A zu Punkt B durch Draculas Schloss zu bahnen, kann man sich seine eigene Route in den verzweigten Gängen und Korridoren suchen. Das Spiel verläuft zwar weitgehend linear, aber man nimmt garantiert ein paar falsche Abzweigungen, bevor man herausbekommt, wo es weitergeht.Oft sieht man Gänge, die gerade so außer Reichweite sind. Wenn du weiter im Spiel vorankommst und Bosse besiegst, erhältst du besondere Fähigkeiten, mit denen du in diese bislang unzugänglichen Bereiche vorstoßen kannst. Das trägt zum abenteuerlichen Spielgefühl bei und sorgt dafür, dass man sich seine Karte regelmäßig ansieht, um herauszubekommen, welche Gegenden noch nicht richtig erforscht sind. Verborgene Räume, unentdeckte Schätze und andere Geheimnisse sind der Grund, warum man häufig sogar auf die Wände einpeitscht.Jedes Mal, wenn du einen Gegner besiegst, erhältst du Erfahrungspunkte. Im Laufe der Zeit gewinnt dein Charakter so weitere Erfahrungsstufen und wird mächtiger. Außerdem kannst du deinen Charakter stärker machen, indem du immer bessere Rüstungsteile oder andere besondere Gegenstände wie Ringe und Tränke aufsammelst.Durch das Sammeln von Aktions- und Attributkarten kannst du über 80 verschiedene magische Effekte auslösen, von Feuerpeitschen bis hin zu Eisstürmen. Die Benutzung solcher Zauber zehrt an deinen magischen Kräften, aber insbesondere beim Kampf gegen Bosse sind sie sehr hilfreich. Und wo wir gerade davon sprechen, die Bosse in diesem Spiel sind so finster, dass Spieler mit schwachen Nerven nach Hause zu Mami laufen werden. Diese Biester besiegst du nicht beim ersten Versuch.Castlevania: Circle of the Moon bietet eine eindrucksvolle Zahl von Speicherplätzen - acht Stück an der Zahl - aber man kann das Spiel nur speichern, wenn man einen Sicherungspunkt im Schloss findet. Bei einem tragbaren Spiel, das eventuell rasch beendet werden muss, wäre es schön gewesen, jederzeit nach Belieben speichern zu können.Das Problem des Speicherns ist jedoch nicht sehr gravierend und verhindert sicher nicht, dass Castlevania: Circle of the Moon eines der Highlights werden wird, die für den Game Boy Advance erhältlich sind. Fordernde Action, ein lohnender Spielverlauf und die unglaubliche Tiefe machen Circle of the Moon zu einem der unterhaltsamsten Actionspiele, das man immer wieder gerne spielt. Das heißt, sofern man sich nicht allzu leicht erschrecken lässt.
- Kategorie: Abenteuer, Action
- Anzahl Spieler: 1
- Publisher: Konami
- Entwickler: KCEK
- Erscheinungstermin: 22.06.2001